«Lumen und Lux» – Fotografien und Videoprojektion von Peter Diem

Ausstellung, 25.09.22–02.02.23, Kreuzgang und Klostergarten, während den Öffnungszeiten des Restaurants frei zugänglich

Wie können heute sakrale Räume künstlerisch gestaltet werden? Welche Konzepte und Techniken sind für über Jahrhunderte geprägte Kirchenräume sinnvoll, um eine zeitgemässe spirituelle Wirkung zu erzielen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich seit einigen Jahren zunehmend Theologen wie Kunstschaffende, einer davon ist Peter Diem, 1958 in Zürich geboren, heute lebt er in St. Niklausen und Sobrio. Ein siebenjähriger Atelieraufenthalt in der Kapelle von Pratval wirkte prägend. Er hat verschiedene Projekte in Kirchen realisiert, zum Beispiel die Grasinstallation «Dunkles Licht» in der Krypta des Grossmünster Zürich oder «Odem» in der Steinkirche Cazis. Seit einem Jahr veranstaltet er Dämmerungskontemplationen, so in der Klosterkirche Einsiedeln, im Fraumünster Zürich und in verschiedenen Luzerner Kirchen.
Der Künstler war im letzten Jahr Gast im Residenceprogramm des Klosters und hat sich zum Ziel gesetzt, etwas von der sommerlichen Fülle in die dunkle Winterzeit zu bringen, genauso wie die Mönche die essbaren Gartenschätze für die Winterzeit konserviert haben. Er tut es mit Sonnenbildern, welche, wie eine gute Kerze, die Seele erwärmen. Auch im sakralen Raum möchte er mit Licht intervenieren. Nach verschiedenen Tests mit Videoprojektoren im inneren Chor und im Altarraum setzt er den Fokus auf die Kreuzigungsgruppe in der Klosterkirche.

«In die Sonne schauen» heisst die Fotoserie, welche Peter Diem während mehreren Aufenthalten im Klostergarten belichtet hat. Er richtet die Kamera direkt in die tief stehende Sonne, mit Blumen und Gräsern im nahen Vordergrund. Es entstehen Fotos abstrakter Pflanzenwesen in gleissender Aura. Die Fotos sind auf reflektierendes Aluminium gedruckt, welches das Sonnenlicht blendend zur Geltung bringt. Einige Exemplare sind als Pflanzenschilder im Klostergarten aufgestellt, wo sie zwischen Verdorrtem auf die vergangene Blütezeit verweisen.

Die Videoprojektion «Ewiges Ende» ist eine Auseinandersetzung mit der auf der rechten Kirchenwand platzierten Kreuzigungsgruppe. Die barocken, aus Holz geschnitzten Figuren, Jesus, Maria und Johannes werden zu Protagonisten ihrer inneren Landschaft des qualvollen Todes und der unsterblichen Hoffnung. Einerseits wird die verklärte Kreuzigungsszene mit animierter Gewalt dramatisiert, andererseits ist mit sphärischem Licht die Auferstehung angedeutet.

Mit Lumen und Lux wird der Wirkungsraum des Lichts ganzheitlich abgebildet. Technisch wird mit Lumen das gesendete Licht und mit Lux das empfangene Licht gemessen. Die religiöse Botschaft „Gott ist Licht“ meint dasselbe: Gott sendet Licht, der Mensch empfängt das göttliche Licht.

http://www.lumenlux.ch

Peter Diem Preisliste Sonne

Die Videoprojektion kann ausschliesslich innerhalb des Rahmenprogramms am 4. November 2022 und an der Finissage am 2. Februar 2023 gezeigt werden.